Gärtnerin massiert jetzt
Ohren
Dresdner
Neueste Nachrichten vom 29.Juli 2004, Rubrik: Gehört und Gesehen, Von
Antje Becker
"Manchmal schaue ich mir auch einfach gern die Ohren der anderen Leute in
der Straßenbahn an", verrät Silke Steinfatt.
Kein Wunder also, das sich die Reflexologin auch beruflich den Lauschern
widmet. Sie massiert den Kunden in Ihrer Praxis auf der Fetscherstraße
außerdem Hände und Füße.
Gelernt hat die 41-jährige ihr Handwerk im Berliner Institut für
Reflexologie. Derzeit lässt sie sich noch zur Heilpraktikerin ausbilden.
Die studierte Zierpflanzen-Gärtnerin will bei ihrer Arbeit vor allem
eines: Entspannung. Das gehe besonders gut über die Ohren, da sie nah am
zentralen Nervensystem liegen und wie andere Körperteile Reflexpunkte
haben, die es zu stimulieren gilt. Gestern stellte Steinfatt ihr
"Handwerk" im Gesundheitszentrum Einklang auf der Pfaffensteinstraße vor.
vor
Auf den Punkt gebracht
Sächsische Zeitung vom 02.Juni 1999, Rubrik: Dresdner Wirtschaft, Von
Kathrin Krüger
In der Mitt edes erdgelb getünchten Zimmers in der Altonaer Straße 16
steht ein Massagestuhl. Decke und Kissen liegen bereit, es duftet nach
ätherischem Öl. An der Wand drei kleine Tonreliefs: ein Ohr, ein Fuß und
eine Hand. Silke Steinfatts Metier ist seit einem reichlichen Jahr die
Refelxologie, eine Arbeit an eben jenen Körperteilen. Bei sich daheim, in
Gesundheits- und Familienzentren oder als Hausbesuch verhilft die
Dresdnerin Menschen zu Entspannung und Wohlbefinden. "Das suchte ich vor
drei Jahren für mich selbst", erinnert sich die 36jährige gelernte
Zierpflanzengärtnerin. "Eine Bekannte erzählte mir von den Reflexzonen und
deren Massage. Das sit eine sehr alte Form der Gesundheitsvorsorge."
In ihrem Beruf arbeitete die Wahl-Dresdnerin schon lange nicht mehr. Nach
der Wende hatte sie versucht, als Englisch-Lehrerin für Kinder Fuß zu
fassen. Dann aber bekam die junge Frau Lust auf eine Arbeit, in der ihre
eigenen Fragen an das Leben stärker eine Rolle spielen sollten: Wie lebe
ich gesund? Was ist wesentlich für Körper und Seele? Wie kann man die
Hektik des Großstadt-Alltags ausgleichen?
Mit dem Wechsel in die Selbständigkeit wurde ihr bewusst, dass viele
Menschen mit Reflexologie erstmal gar nichts anzufangen wissen. Silke
Steinfatt: "Ich musste jedes mal erklären, worin die Wirkungsweise
besteht: dass durch sanftes, rhythmisches drücken bestimmter Punkte, die
an den Energiebahnen des Körpers liegenden Organe positiv beeinflusst
werden."
Die Durchblutung soll dadurch abgeregt werden. Muskelverspannungen sollen
sich lösen, Körper, Geist und Seele würden sich stabilisieren und besser
harmonisieren. Am Anfang waren es vorrangig Freunde und Bekannte, denen
sie eine Schnupperstunde gewährte. Der stabile Kern ihrer Kundschaft
umfasst jetzt zirka 30 Personen. Der Existenzgründer-Kredit reichte nur
für die Ausbildung und den Alltag in dieser Zeit, für Fachbücher und die
Werbung.
Im Tipi auf der Dresdner Öko-Messe
Um Auftragsmöglichkeiten zu finden, ging sie in Hotels und Fitnesscenter,
in Gesundheitseinrichtungen und Vereine. Im Vorjahr stellte sich Silke
Steinfatt in einem Tipi auf der Dresdner Öko-Messe vor.
Es fiel ihr anfangs ganz schön schwer, gleich Termine verbindlich zu
machen und selbstsicher ihre Anwendung anzupreisen. Am Anfang holte sie
sich am Runden Tisch für Frauen Hinweise für das Überstehen der ersten
schwierigen Jahre auf eigenen Füßen. Die Masseuse kann nicht verstehen,
dass sich Berufsgestresste viel zu wenig Zeit zum Entspannen nehmen. Ginge
es nach der Mutter zweier Teeny-Töchter, müssten Betriebe und
Einrichtungen mehr darauf Einfluss nehmen, dass ihre Mitarbeiter Wert auf
gesunde Lebensweise legen. Dabei denkt sie nicht nur an ihren
Massagestuhl. Im Gesundheitszentrum Balance im Seidnitz-Center wurde Silke
Steinfatt Vereinsmitglied, "weil ich Menschen zeigen will, dass sie selbst
es sind, die Verantwortung für ihr Wohlbefinden tragen".
Über die Reflexologie hinaus beschäftigt sich die gebürtige Fischländerin
mit der Wirkung der von ihr verwendeten Öle oder mit Kräutern, Düften und
Essenzen und macht eine Berufs begleitende heilpraktische Ausbildung.
Silke Steinfatt weiß um ihre Grenzen: "Eine Ärztin bin ich nicht", sagt
sie. Info-Abende beleiben eine wichtiger Teil ihrer Tätigkeit. Sie gibt
Wochenendkurse und Veranstaltungsreihen an der Volkshochschule.
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